Wenn im Nutzfahrzeug einzelne elektrische Funktionen ausfallen, wird bei der Diagnose schnell an Sensoren, Steuergeräte oder andere komplexe Komponenten gedacht.
Die Ursache kann jedoch deutlich einfacher sein. Eine durchgebrannte Sicherung, ein verschlissenes Relais, korrodierte Kontakte oder eine lose Verbindung können einzelne Verbraucher oder ganze Stromkreise außer Funktion setzen.
Sicherungen und Relais gehören deshalb zu den grundlegenden Prüfpunkten bei elektrischen Störungen an LKW, Bussen und Transportern.
Welche Aufgaben haben Sicherungen und Relais?
Sicherungen schützen elektrische Leitungen und Verbraucher vor zu hohen Strömen. Wird der zulässige Strom überschritten, unterbricht die Sicherung den Stromkreis und reduziert damit das Risiko von Schäden an Leitungen und Komponenten.
Relais übernehmen eine andere Aufgabe. Sie ermöglichen es, größere Lastströme über einen getrennten Steuerstromkreis zu schalten.
Beide Komponenten sind damit wesentliche Bestandteile des Bordnetzes, erfüllen jedoch unterschiedliche Funktionen.
Warum fallen Sicherungen aus?
Eine ausgelöste Sicherung ist zunächst ein Hinweis auf ein Problem im betreffenden Stromkreis.
Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
- Kurzschluss
- Überlastung
- beschädigte Leitungen
- fehlerhafte Verbraucher
- Feuchtigkeit oder Korrosion
- Probleme an Steckverbindungen
Deshalb sollte eine durchgebrannte Sicherung nicht einfach wiederholt ersetzt werden, ohne nach der Ursache zu suchen.
Brennt die neue Sicherung erneut durch, muss der betreffende Stromkreis systematisch geprüft werden.
Warum können auch intakte Sicherungen Probleme verursachen?
Nicht jeder Fehler ist an einer durchgebrannten Sicherung erkennbar.
Korrosion, verschmutzte Kontakte, lose Sicherungshalter oder thermisch geschädigte Verbindungen können den elektrischen Widerstand erhöhen. Dadurch entstehen Spannungsabfälle, obwohl die Sicherung selbst noch intakt ist.
Eine reine Sichtprüfung reicht deshalb bei manchen Fehlerbildern nicht aus.
Gerade bei sporadischen Störungen sollte auch der Zustand von Sicherungshaltern, Steckkontakten und Leitungsverbindungen berücksichtigt werden.
Wie entstehen Fehler an Relais?
Relais werden während ihres Betriebs teilweise sehr häufig geschaltet. Dabei werden die internen Kontakte elektrisch und mechanisch belastet.
Mit zunehmender Betriebsdauer können die Kontaktflächen verschleißen oder einen erhöhten Übergangswiderstand entwickeln.
Mögliche Folgen sind:
- sporadische Funktionsausfälle
- verzögertes Schalten
- Spannungsabfälle
- Erwärmung
- vollständiger Ausfall des angeschlossenen Verbrauchers
Auch ein Relais, das äußerlich unauffällig aussieht, kann deshalb elektrisch fehlerhaft sein.
Warum sind sporadische Fehler besonders schwierig?
Ein vollständig ausgefallener Stromkreis lässt sich häufig vergleichsweise eindeutig untersuchen. Schwieriger sind Fehler, die nur gelegentlich auftreten.
Temperatur, Vibrationen, Feuchtigkeit oder elektrische Last können beeinflussen, ob ein Kontakt funktioniert.
Das Fahrzeug kann deshalb in der Werkstatt zunächst fehlerfrei arbeiten und die Störung erst während der Fahrt erneut zeigen.
Bei solchen Fehlerbildern ist es besonders wichtig, nicht nur einzelne Komponenten zu betrachten, sondern den gesamten betroffenen Stromkreis zu prüfen.
Wie werden Sicherungen sinnvoll geprüft?
Bei einer ersten Kontrolle kann die Sicherung auf sichtbare Beschädigungen geprüft werden.
Bei unklaren Fehlern sind elektrische Messungen jedoch aussagekräftiger. Je nach Stromkreis können beispielsweise Durchgang, Versorgungsspannung oder Spannungsabfall geprüft werden.
Dabei sollte auch kontrolliert werden, ob die Sicherung korrekt im Halter sitzt und die Kontaktflächen in einwandfreiem Zustand sind.
Wichtig ist außerdem, ausschließlich Sicherungen mit dem für den Stromkreis vorgesehenen Nennstrom einzusetzen. Eine stärkere Sicherung beseitigt die Fehlerursache nicht und kann den Schutz des Stromkreises beeinträchtigen.
Wie werden Relais geprüft?
Die Prüfung hängt von Relaisbauart und Stromkreis ab.
Neben der Versorgung und Ansteuerung können Schaltfunktion und Spannungsabfall über die Kontakte geprüft werden. Bei geeigneten Standardrelais kann ein Vergleich mit einem technisch identischen, für denselben Zweck geeigneten Relais bei der Fehlereingrenzung helfen.
Ein bloß hörbares Klicken beweist dagegen nicht, dass die Lastkontakte einwandfrei arbeiten. Das Relais kann schalten und trotzdem einen erhöhten Kontaktwiderstand besitzen.
Welche Rolle spielen Steckverbindungen und Massepunkte?
Elektrische Probleme entstehen nicht ausschließlich an Sicherungen oder Relais.
Korrodierte Steckverbindungen, beschädigte Leitungen und schlechte Masseverbindungen können sehr ähnliche Symptome verursachen.
Besonders bei wechselnden oder lastabhängigen Fehlern sollten deshalb auch diese Bereiche berücksichtigt werden.
Ein unnötiger Austausch von Relais, Sensoren oder Steuergeräten lässt sich häufig vermeiden, wenn Versorgung, Masse und Leitungsweg zuerst systematisch geprüft werden.
Warum ist die Belastung im Nutzfahrzeug besonders relevant?
LKW, Busse und Transporter verfügen teilweise über zahlreiche zusätzliche elektrische Verbraucher. Dazu können Aufbauten, Ladebordwände, Kühlaggregate, Zusatzbeleuchtung oder andere Nebenaggregate gehören.
Hohe Ströme, lange Betriebszeiten, Vibrationen und Umwelteinflüsse beanspruchen elektrische Verbindungen dauerhaft.
Besonders bei nachgerüsteten Verbrauchern sollte deshalb darauf geachtet werden, dass Absicherung, Leitungsquerschnitt und Schaltung für die jeweilige elektrische Last ausgelegt sind.
Fazit
Sicherungen und Relais gehören zu den grundlegenden Komponenten des Bordnetzes und sollten bei elektrischen Funktionsstörungen frühzeitig geprüft werden.
Dabei reicht es nicht immer aus, lediglich nach einer durchgebrannten Sicherung oder einem äußerlich beschädigten Relais zu suchen. Kontaktprobleme, Spannungsabfälle, Leitungen, Steckverbindungen und Massepunkte können ähnliche Fehler verursachen.
Eine systematische elektrische Diagnose hilft, die tatsächliche Ursache einzugrenzen und unnötigen Austausch komplexerer Komponenten zu vermeiden.
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