Im internationalen Ersatzteilhandel begegnet die Angabe „Country of Origin“ (COO) regelmäßig auf Handels- und Zolldokumenten. Sie bezeichnet das Ursprungsland einer Ware nach den jeweils anzuwendenden Ursprungsregeln.

Dabei sollte die Herkunftsangabe weder mit dem Versandland noch mit einer Qualitätsbewertung verwechselt werden.

Was bedeutet Country of Origin?

Das Ursprungsland beschreibt, welchem Staat eine Ware nach den geltenden Ursprungsregeln zugerechnet wird.

Wird ein Ersatzteil vollständig in einem Land hergestellt, ist die Zuordnung meist eindeutig. Bei internationalen Lieferketten können jedoch Materialien, Komponenten und Fertigungsschritte aus mehreren Ländern beteiligt sein.

Dann entscheidet nicht einfach der letzte Standort der Ware. Je nach anzuwendendem Ursprungsrecht wird geprüft, welche Be- oder Verarbeitung für die Bestimmung des Ursprungs maßgeblich ist.

Ursprungsland und Versandland sind nicht dasselbe

Dieser Unterschied ist im internationalen Ersatzteilhandel besonders wichtig.

Ein Ersatzteil kann beispielsweise in der Türkei hergestellt, anschließend in Deutschland gelagert und von dort an einen Kunden in einem anderen Land geliefert werden.

Dann kann gelten:

Versandland: Deutschland
Ursprungsland: Türkei

Die Lagerung oder der Weiterverkauf über ein anderes Land verändert den Warenursprung nicht automatisch.

Auch der Sitz des Händlers bestimmt daher nicht zwangsläufig das Ursprungsland des Ersatzteils.

Nichtpräferenzieller und präferenzieller Ursprung

Beim Warenursprung muss außerdem zwischen nichtpräferenziellem und präferenziellem Ursprung unterschieden werden.

Der nichtpräferenzielle Ursprung wird unter anderem für handelspolitische Maßnahmen, Ursprungskennzeichnungen oder bestimmte Nachweispflichten verwendet.

Der präferenzielle Ursprung ist dagegen relevant, wenn aufgrund eines Handelsabkommens Zollvergünstigungen in Anspruch genommen werden sollen. Dafür gelten die Ursprungsregeln des jeweiligen Abkommens und gegebenenfalls besondere Ursprungsnachweise.

Die bloße Angabe „Made in …“ oder „Country of Origin …“ bedeutet deshalb nicht automatisch, dass bei der Einfuhr ein vergünstigter Zollsatz beansprucht werden kann.

Warum das Ursprungsland nichts über die Qualität aussagt

Aus dem Ursprungsland lässt sich keine belastbare Qualitätsstufe eines Ersatzteils ableiten.

Für die technische Qualität sind vielmehr Faktoren entscheidend wie:

  • Werkstoff und Materialqualität
  • technische Spezifikation
  • Fertigungsverfahren
  • Maß- und Fertigungstoleranzen
  • Qualitätskontrolle
  • Rückverfolgbarkeit
  • gegebenenfalls erforderliche Prüfungen und Genehmigungen

In demselben Land können Hersteller mit sehr unterschiedlichen Produktionsstandards tätig sein.

Ein Ersatzteil aus der Türkei, Deutschland, China oder einem anderen Produktionsland sollte deshalb anhand seiner technischen Eigenschaften und Anforderungen beurteilt werden – nicht allein anhand des Herkunftslandes.

Ursprungsland sagt auch nichts über die Passgenauigkeit aus

Ebenso wenig bestätigt die Herkunftsangabe, dass ein Ersatzteil zu einem bestimmten Fahrzeug passt.

Für die Teilezuordnung sind je nach Komponente beispielsweise relevant:

  • FIN
  • OE-/Vergleichsnummer
  • Fahrzeugvariante
  • Motor- oder Getriebecode
  • Achsausführung
  • technische Spezifikation des Bauteils

Zwei Ersatzteile mit unterschiedlichem Ursprungsland können dieselbe technische Spezifikation erfüllen. Umgekehrt können zwei Teile aus demselben Land technisch völlig unterschiedlich sein.

Wann das Ursprungsland wichtig wird

Trotzdem ist die Herkunftsangabe im B2B-Ersatzteilhandel relevant.

Sie kann beispielsweise benötigt werden für:

  • Zollabfertigung
  • Import- und Exportdokumente
  • Kundenanforderungen
  • Ausschreibungen
  • interne Einkaufsrichtlinien
  • Compliance-Prozesse
  • Ursprungsnachweise

Welche Angabe oder welcher Nachweis erforderlich ist, hängt vom Zielland, Produkt, Handelsvorgang und den jeweiligen Vorschriften beziehungsweise Vertragsbedingungen ab.

Country of Origin und Ursprungszeugnis unterscheiden

Auch das Ursprungsland und ein Ursprungszeugnis sind nicht dasselbe.

Das Ursprungsland ist die Herkunftseigenschaft der Ware nach den maßgeblichen Ursprungsregeln. Ein Ursprungszeugnis ist dagegen ein Dokument, mit dem der nichtpräferenzielle Ursprung in bestimmten Fällen nachgewiesen werden kann.

Nicht für jede internationale Ersatzteillieferung ist automatisch ein Ursprungszeugnis erforderlich.

Für Werkstätten und Fuhrparks steht bei der Teilebestellung meist die technische Zuordnung im Vordergrund. Im internationalen Teilehandel muss FalkePro zusätzlich berücksichtigen, welche Ursprungs-, Zoll- und Dokumentationsangaben für die jeweilige Lieferung erforderlich sind.

FalkePro – Ersatzteile für Nutzfahrzeuge

FalkePro ist auf die Beschaffung und den B2B-Handel von Ersatzteilen für LKW, Busse und Transporter spezialisiert. Wir unterstützen Werkstätten, Teilehändler, Fuhrparks und Speditionen bei der Ersatzteilbeschaffung in Deutschland und internationalen Märkten.

WhatsApp: 0163 7100272
E-Mail: info@falkepro.de
Website: www.falkepro.de
YouTube: FalkeProNFZ