Die Abgasrückführung (AGR) ist Bestandteil des Emissionssystems vieler Dieselnutzfahrzeuge. Dabei wird ein Teil des Abgases zurück in den Ansaugtrakt geführt, um insbesondere die Bildung von Stickoxiden (NOx) zu reduzieren.

Bei einer AGR-Störung sollte nicht automatisch das AGR-Ventil als Ursache angesehen werden. Ventil, Kühler, Sensorik, Leitungen und Motorsteuerung arbeiten innerhalb eines geregelten Systems zusammen.

Welche Aufgabe hat das AGR-Ventil?

Das AGR-Ventil regelt die Menge des zurückgeführten Abgases entsprechend den Vorgaben der Motorsteuerung.

Durch Abgasbestandteile und hohe Temperaturen kann es mit der Zeit zu Ablagerungen oder mechanischen Problemen kommen. Das Ventil kann beispielsweise schwergängig werden oder seine vorgesehene Position nicht mehr zuverlässig erreichen.

Eine AGR-Fehlermeldung beweist jedoch keinen Ventildefekt. Auch andere Ursachen können dazu führen, dass Soll- und Istwerte nicht zusammenpassen.

Welche Funktion hat der AGR-Kühler?

Bei gekühlten AGR-Systemen wird das rückgeführte Abgas über einen Wärmeübertrager abgekühlt. Der AGR-Kühler ist dabei typischerweise in den Motorkühlkreislauf eingebunden.

Mögliche Probleme sind Ablagerungen, eingeschränkter Durchfluss oder Undichtigkeiten. Je nach Schadensbild können dadurch AGR-Funktion und Kühlkreislauf beeinflusst werden.

Ein defekter AGR-Kühler kann beispielsweise auch bei ungewöhnlichem Kühlmittelverlust als mögliche Ursache berücksichtigt werden.

Sensoren und Messwerte richtig beurteilen

Die Motorsteuerung nutzt verschiedene Messwerte, um die Abgasrückführung zu regeln und zu überwachen. Welche Sensoren dafür verwendet werden, hängt vom jeweiligen Motor- und AGR-System ab.

Relevant können beispielsweise Temperatur-, Druck-, Luftmassen- oder Positionswerte sein.

Ein unplausibler Wert bedeutet dabei nicht automatisch, dass der betreffende Sensor defekt ist. Verkabelung, Steckverbindungen, Versorgungsspannung, Verschmutzung oder ein tatsächlicher Fehler im Luft- beziehungsweise Abgasweg können ebenfalls die Messwerte beeinflussen.

Warum AGR-Fehler nach einem Teilewechsel zurückkehren können

Wird nur das AGR-Ventil ersetzt, obwohl die eigentliche Ursache an anderer Stelle liegt, kann derselbe Fehler erneut auftreten.

Neben Ventil und Kühler können beispielsweise Ablagerungen im AGR-Weg, Probleme im Ansaugsystem, Sensorfehler oder elektrische Störungen relevant sein.

Fehlercodes sollten deshalb als Ausgangspunkt der Diagnose verwendet werden und nicht automatisch als Aufforderung zum Austausch eines bestimmten Bauteils.

AGR und weitere Abgassysteme unterscheiden

AGR, DPF und SCR gehören zur Emissionsminderung, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Die AGR beeinflusst die Verbrennung und NOx-Entstehung durch Abgasrückführung. Der Dieselpartikelfilter reduziert Partikelemissionen, während das SCR-System Stickoxide im Abgas nach der Verbrennung reduziert.

Störungen können sich gegenseitig beeinflussen, die Systeme sollten diagnostisch jedoch nicht gleichgesetzt werden.

Fazit

Das AGR-System besteht nicht nur aus dem AGR-Ventil. Kühler, Sensorik, Luft- und Abgasführung sowie die elektronische Regelung können ebenfalls an einem Fehlerbild beteiligt sein.

Bei wiederkehrenden AGR-Fehlern sollten deshalb Fehlercodes, Messwerte und tatsächlicher Systemzustand gemeinsam geprüft werden. Der Austausch eines einzelnen Bauteils beseitigt die Störung nur dann dauerhaft, wenn dieses Bauteil tatsächlich die Ursache ist.

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