Bei Ersatzteilen und Zubehör für LKW, Busse und Transporter begegnen Werkstätten und Teilehändler regelmäßig Begriffen wie ABE, ECE-Genehmigung und E-Prüfzeichen. Sie stehen jedoch nicht für dasselbe und sollten auch nicht als allgemeine Qualitätskennzeichen verstanden werden.
Entscheidend ist vielmehr, welche Genehmigung für das konkrete Bauteil erforderlich ist und unter welchen Bedingungen es am jeweiligen Fahrzeug verwendet werden darf.
Was bedeutet ECE-Genehmigung?
Eine Genehmigung nach einer UN/ECE-Regelung bestätigt, dass ein bestimmter Fahrzeugtyp, ein System oder ein genehmigungspflichtiges Bauteil die Anforderungen der jeweils einschlägigen UN-Regelung erfüllt.
Genehmigte Bauteile können eine entsprechende Kennzeichnung tragen. Häufig sichtbar ist ein großes E in einem Kreis zusammen mit der Kennzahl des Staates, der die Genehmigung erteilt hat, sowie weiteren Genehmigungsangaben.
Beispiele sind E1 für Deutschland oder E4 für die Niederlande.
Die Zahl bezeichnet dabei den Genehmigungsstaat. Sie stellt keine Qualitätsstufe dar.
Was bedeutet ABE?
ABE steht für Allgemeine Betriebserlaubnis. Im Zusammenhang mit Fahrzeugteilen ist insbesondere die Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile relevant.
Eine ABE kann die Verwendung eines bestimmten Bauteils unter festgelegten Bedingungen ermöglichen. Die zugehörigen Unterlagen können beispielsweise bestimmen:
- für welche Fahrzeuge oder Fahrzeugtypen die Genehmigung gilt
- welche Einbauvorgaben einzuhalten sind
- welche Auflagen oder Einschränkungen bestehen
- ob weitere Prüfungen oder Eintragungen erforderlich werden können
Deshalb sollte nicht nur geprüft werden, ob eine ABE vorhanden ist. Entscheidend ist auch, was in der konkreten Genehmigung festgelegt wurde.
Was ist der Unterschied zwischen ABE und ECE?
Die häufig verwendete Erklärung „ECE prüft das Bauteil, ABE bestimmt das Fahrzeug“ ist zu stark vereinfacht.
Beide Systeme können technische Anforderungen und Bedingungen für die genehmigte Verwendung enthalten. Der wesentliche Unterschied liegt vielmehr im jeweiligen Genehmigungssystem und seiner Rechtsgrundlage.
Eine UN/ECE-Genehmigung basiert auf einer entsprechenden UN-Regelung und kann international von den Vertragsparteien des jeweiligen Regelwerks anerkannt werden.
Die ABE ist dagegen ein Instrument des deutschen Genehmigungsrechts.
Für die Werkstatt ist daher weniger die vereinfachte Frage „ABE oder ECE?“ entscheidend, sondern: Welche Genehmigung benötigt dieses konkrete Bauteil und welche Bedingungen gelten für dieses Fahrzeug?
E-Prüfzeichen bedeutet nicht automatisch universell passend
Auch ein ordnungsgemäß genehmigtes Bauteil darf nicht automatisch an jedem Nutzfahrzeug eingesetzt werden.
Zusätzlich zur Genehmigung müssen beispielsweise passen:
- vorgesehener Verwendungsbereich
- Fahrzeugtyp und Variante
- Einbauposition
- mechanische Befestigung
- elektrische Ausführung
- gegebenenfalls vorgeschriebene Einbaubedingungen
Ein E-Prüfzeichen ersetzt deshalb keine technische Teilezuordnung.
Bei welchen Fahrzeugteilen sind Genehmigungen besonders relevant?
Je nach Bauteil und Anwendung können Genehmigungsanforderungen beispielsweise bei lichttechnischen Einrichtungen, bestimmten Bremskomponenten, Scheiben, Spiegeln oder weiteren sicherheits- und zulassungsrelevanten Fahrzeugteilen eine Rolle spielen.
Welche Vorschrift tatsächlich gilt, muss immer für das konkrete Produkt geprüft werden. Nicht jedes Ersatzteil benötigt eine ABE oder trägt ein E-Prüfzeichen.
Was sollte vor Bestellung und Einbau geprüft werden?
Bei genehmigungsrelevanten Ersatz- und Zubehörteilen sollten Werkstatt oder Teilehandel insbesondere prüfen:
- welche Genehmigung oder Kennzeichnung für das Bauteil erforderlich ist
- ob die Genehmigung für die konkrete Ausführung gilt
- ob Fahrzeugtyp und Einbausituation abgedeckt sind
- welche Auflagen in den Genehmigungsunterlagen stehen
- ob zusätzliche Abnahme- oder Eintragungspflichten bestehen
- ob Teilenummer, Fahrzeugdaten und technische Ausführung übereinstimmen
Gerade bei LKW, Bussen und Transportern können innerhalb einer Baureihe erhebliche technische Unterschiede bestehen. Eine vorhandene Genehmigung allein bestätigt daher noch nicht die Ersatzteilkompatibilität.
FalkePro prüft bei Teileanfragen nach Möglichkeit FIN, vorhandene OE-/Vergleichsnummern und relevante Fahrzeugdaten. Bei genehmigungsrelevanten Komponenten sollten zusätzlich die für das konkrete Bauteil vorgeschriebenen Kennzeichnungen und Unterlagen berücksichtigt werden.
FalkePro – Ersatzteile für Nutzfahrzeuge
FalkePro ist auf die Beschaffung und den B2B-Handel von Ersatzteilen für LKW, Busse und Transporter spezialisiert. Wir unterstützen Werkstätten, Teilehändler, Fuhrparks und Speditionen bei der Ersatzteilbeschaffung in Deutschland und internationalen Märkten.
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