Leitungen gehören zu den zentralen Verbindungen einer Bremsanlage. Dabei muss zwischen den Systemen unterschieden werden: Bei vielen Transportern kommen hydraulische Bremsleitungen und Bremsschläuche zum Einsatz, während schwere LKW und Busse überwiegend mit Druckluftbremsanlagen arbeiten.
Korrosion betrifft insbesondere metallische Leitungen. Bei Druckluftleitungen stehen dagegen je nach Ausführung eher Scheuerstellen, Knicke, Alterung, Beschädigungen und undichte Verbindungen im Mittelpunkt.
Korrosion an hydraulischen Bremsleitungen
Metallische Bremsleitungen können durch Feuchtigkeit, Streusalz und beschädigte Schutzschichten korrodieren. Besonders kritisch sind schwer einsehbare Bereiche, Haltepunkte und Stellen, an denen sich Schmutz und Feuchtigkeit sammeln.
Bei der Prüfung sollte auf folgende Auffälligkeiten geachtet werden:
- starke oder tiefe Korrosion
- Rostnarben und Materialabtrag
- beschädigte Beschichtungen
- feuchte Stellen und Flüssigkeitsaustritt
- beschädigte Halterungen
- Scheuer- und Quetschstellen
Oberflächliche Korrosion und eine bereits strukturell geschwächte Leitung sind nicht dasselbe. Entscheidend ist der tatsächliche Zustand der Leitung.
Bremsschläuche ebenfalls kontrollieren
Flexible Bremsschläuche können andere Schäden entwickeln als metallische Leitungen. Relevant sind beispielsweise Risse, Scheuerstellen, Quetschungen, beschädigte Anschlüsse oder auffällige Verformungen.
Auch ein äußerlich weitgehend unauffälliger Schlauch kann intern geschädigt sein. Auffälliges Bremsverhalten sollte deshalb nicht allein anhand einer Sichtprüfung beurteilt werden.
Druckluftleitungen bei LKW und Bussen
Bei schweren Nutzfahrzeugen mit Druckluftbremse gelten andere Fehlerbilder. Kunststoff- und Schlauchleitungen korrodieren nicht wie Stahlleitungen, können aber mechanisch beschädigt werden.
Typische Prüfpunkte sind:
- Scheuerstellen
- Knicke und Quetschungen
- beschädigte Steck- oder Schraubverbindungen
- lose Befestigungen
- Kontakt mit heißen oder beweglichen Bauteilen
- hörbare beziehungsweise messbare Luftverluste
Ein Druckverlust bedeutet dabei nicht automatisch, dass eine Leitung beschädigt ist. Auch Ventile, Bremszylinder, Lufttrockner oder andere Komponenten können undicht sein.
Beschädigte Leitungen fachgerecht instand setzen
Bei sicherheitsrelevanten Bremsleitungen sind improvisierte Reparaturen ungeeignet. Leitungsmaterial, Durchmesser, Anschlüsse, Verlegung und Befestigung müssen zur jeweiligen Bremsanlage passen.
Auch ein kompletter Austausch aller Leitungen ist nicht automatisch erforderlich, nur weil an einer Stelle Korrosion festgestellt wurde. Der Umfang der Reparatur richtet sich nach dem Zustand des Systems und den jeweiligen Herstellervorgaben.
Nach Arbeiten an hydraulischen Bremsleitungen muss das System entsprechend der Vorgaben befüllt und entlüftet werden. Bei Druckluftanlagen sind anschließend insbesondere Dichtheit und korrekte Funktion zu prüfen.
Bremsleitungen regelmäßig mitprüfen
Leitungsschäden entstehen häufig schleichend. Deshalb sollten nicht nur gut sichtbare Abschnitte betrachtet werden, sondern auch Halter, Übergänge und schwer zugängliche Bereiche.
Gerade bei älteren Nutzfahrzeugen oder Fahrzeugen mit starkem Winter-, Baustellen- oder Verteilerbetrieb lohnt sich eine sorgfältige Kontrolle. Korrosion, Scheuerstellen oder Undichtigkeiten können so erkannt werden, bevor daraus ein größerer Schaden an der Bremsanlage entsteht.
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