Bremstrommeln von LKW, Bussen, Anhängern und Aufliegern sind während des Betriebs hohen mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt. Während Bremsbeläge als typische Verschleißteile regelmäßig kontrolliert werden, kann eine Bremstrommel über einen deutlich längeren Zeitraum im Fahrzeug verbleiben.

Dennoch ist auch ihr Zustand regelmäßig zu beurteilen. Risse, auffällige Verfärbungen, Verschleiß und Veränderungen der Reibfläche können Hinweise auf eine thermische oder mechanische Überbeanspruchung sein.

Warum können Risse in Bremstrommeln entstehen?

Beim Bremsen wird Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt. Dadurch erwärmt sich die Bremstrommel und kühlt anschließend wieder ab.

Wiederholte Temperaturwechsel und hohe Belastungen beanspruchen das Material. Zusätzlich können beispielsweise folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • häufige oder starke Bremsungen
  • längere Gefällefahrten
  • hohe Fahrzeugbeladung
  • schleifende beziehungsweise nicht vollständig lösende Bremsen
  • ungleichmäßige Bremswirkung
  • hohe thermische Belastung

Welche Veränderungen noch zulässig sind und wann eine Bremstrommel ersetzt werden muss, richtet sich nach der jeweiligen Ausführung und den Herstellervorgaben.

Welche Auffälligkeiten können auf Schäden hinweisen?

Nicht jeder Schaden an einer Bremstrommel macht sich unmittelbar im Fahrbetrieb bemerkbar.

Bei der Wartung können beispielsweise folgende Auffälligkeiten sichtbar werden:

  • Risse oder rissähnliche Veränderungen der Reibfläche
  • auffällige Verfärbungen
  • Riefen oder ungleichmäßige Oberflächen
  • ungewöhnliches Verschleißbild
  • sichtbare thermische Belastung

Auch Rubbeln, Vibrationen, ungewöhnliche Geräusche oder eine auffällige Bremswirkung können Anlass für eine genauere Prüfung sein. Solche Symptome können allerdings unterschiedliche Ursachen haben und sollten nicht automatisch auf die Bremstrommel zurückgeführt werden.

Bremstrommel bei der Wartung richtig prüfen

Eine Kontrolle lässt sich insbesondere beim Bremsenservice oder nach der Demontage der Trommel durchführen.

Dabei können unter anderem folgende Punkte geprüft werden:

  • Zustand der Reibfläche
  • sichtbare Risse und Beschädigungen
  • Verschleiß und Innendurchmesser
  • thermische Auffälligkeiten
  • Zustand der zugehörigen Bremsbeläge
  • Vergleich der Komponenten einer Achse

Entscheidend ist nicht nur die Sichtprüfung. Auch Verschleißgrenzen und weitere Prüfkriterien des jeweiligen Bremsen- beziehungsweise Fahrzeugherstellers müssen berücksichtigt werden.

Nicht jeder oberflächliche Riss bedeutet dasselbe

Bei thermisch belasteten Reibflächen können unterschiedliche Arten von Oberflächenveränderungen auftreten. Ihre Bewertung sollte deshalb nicht allein anhand der sichtbaren Länge oder Optik erfolgen.

Entscheidend sind unter anderem Art, Lage und Ausprägung der Veränderung sowie die Vorgaben des jeweiligen Herstellers.

Bei sicherheitsrelevanten Bremskomponenten sollte eine auffällige Bremstrommel deshalb anhand der vorgesehenen Prüf- und Austauschgrenzen beurteilt werden.

Warum auch die Ursache geprüft werden sollte

Wird eine beschädigte Bremstrommel festgestellt, sollte nicht ausschließlich das Bauteil selbst betrachtet werden.

Eine ungewöhnlich hohe thermische Belastung kann beispielsweise mit weiteren Problemen im Bremssystem zusammenhängen. Je nach Ausführung können unter anderem Nachstellung, Betätigungsmechanik oder andere Komponenten relevant sein.

Wird lediglich die Bremstrommel ersetzt, ohne eine vorhandene Ursache zu beseitigen, kann auch das neue Bauteil erneut ungewöhnlich belastet werden.

Bremstrommel und Bremsbeläge gemeinsam beurteilen

Bremstrommel und Bremsbeläge bilden ein zusammenarbeitendes Reibsystem. Auffälligkeiten an der Trommel können deshalb auch das Verschleißbild der Beläge beeinflussen – und umgekehrt.

Bei der Wartung sollte die Bremsanlage daher als System betrachtet werden. Dazu gehören je nach Ausführung neben Trommel und Belägen auch Nachstellung, Federn und weitere Betätigungskomponenten.

Bremstrommel als Ersatzteil richtig bestimmen

Bremstrommeln können sich trotz ähnlicher Optik technisch unterscheiden. Für die Teilezuordnung können beispielsweise relevant sein:

  • OE-/Vergleichsnummer
  • Trommeldurchmesser
  • Breite und Abmessungen
  • Befestigung und Lochbild
  • Achsausführung
  • Fahrzeug- beziehungsweise Anhängerdaten

Gerade bei Bremskomponenten sollte die Auswahl nicht ausschließlich anhand der optischen Ähnlichkeit erfolgen.

Bei FalkePro können FIN, vorhandene OE-/Vergleichsnummern, Achsdaten und technische Angaben zur Bremsanlage bei der Teilezuordnung berücksichtigt werden.

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