Elektronische Stabilitäts- und Schlupfregelsysteme unterstützen den Fahrer dabei, das Fahrzeug in kritischen Fahrsituationen zu stabilisieren und übermäßigen Schlupf an den Antriebsrädern zu begrenzen.
Damit diese Systeme korrekt arbeiten können, benötigen sie zuverlässige Informationen verschiedener Sensoren. Eine Warnleuchte oder Fehlermeldung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das Stabilitätssystem selbst defekt ist.
Was machen ESP und ASR?
Das elektronische Stabilitätsprogramm überwacht die Fahrbewegung und vergleicht unter anderem Informationen über Lenkwinkel, Raddrehzahlen, Gierrate und Querbeschleunigung.
Erkennt das System eine kritische Abweichung zwischen gewünschter und tatsächlicher Fahrzeugbewegung, kann es abhängig von der Fahrzeugausführung gezielt Bremskräfte aufbauen und das Motormoment beeinflussen.
Die Antriebsschlupfregelung (ASR) greift ein, wenn beim Beschleunigen übermäßiger Schlupf an den Antriebsrädern erkannt wird. Auch hier können Brems- und Motoreingriffe zur Regelung eingesetzt werden.
Welche Komponenten können Störungen verursachen?
ESP und ASR sind mit weiteren Fahrzeugsystemen vernetzt. Fehler können deshalb unterschiedliche Ursachen haben.
Relevant sein können beispielsweise Raddrehzahlsensoren und deren Impulsgeber, Lenkwinkelsensoren, Sensoren für Gierrate und Querbeschleunigung sowie Leitungen, Steckverbindungen und Steuergeräte.
Auch mechanische Veränderungen oder vorausgegangene Arbeiten an Achse, Lenkung oder Fahrwerk können für die Diagnose relevant sein.
Wie werden ESP- und ASR-Störungen diagnostiziert?
Ein wichtiger erster Schritt ist das Auslesen des Fehlerspeichers. Zusätzlich können aktuelle Messwerte beziehungsweise Sensordaten geprüft und miteinander verglichen werden.
Bei Fehlern im Bereich der Raddrehzahl sollten auch Sensor, Impulsgeber, Verkabelung, Steckverbindungen und Einbausituation kontrolliert werden.
Nach bestimmten Arbeiten an Lenkung oder Fahrwerk können außerdem Kalibrierungs- oder Initialisierungsverfahren erforderlich sein. Welche Schritte notwendig sind, hängt vom Fahrzeug und System ab und sollte anhand der Herstellervorgaben geprüft werden.
Warum reicht der Austausch eines Sensors nicht immer aus?
Ein gespeicherter Sensorfehler bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Sensor selbst defekt ist.
Auch beschädigte Leitungen, Steckverbindungen, ein fehlerhafter Impulsgeber, falscher Einbau oder unplausible Signale anderer Komponenten können eine Fehlermeldung verursachen.
Vor dem Austausch sollte deshalb geprüft werden, welche Ursache tatsächlich hinter dem gespeicherten Fehler und den gemessenen Signalen steht.
Was ist bei der Ersatzteilsuche zu beachten?
Sensoren und elektronische Komponenten können sich innerhalb einer Fahrzeugbaureihe nach Achse, Einbauposition, Bremssystem oder Produktionsstand unterscheiden.
Für die Teilezuordnung sollten deshalb nach Möglichkeit FIN, vorhandene OE-/Vergleichsnummern und relevante Fahrzeugdaten verwendet werden. Je nach Bauteil können zusätzlich Achsnummer, Einbauposition, Systemausführung oder Kennzeichnungen am vorhandenen Teil erforderlich sein.
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