Bei Schrauben und Gewindeanschlüssen reicht der Nenndurchmesser allein nicht aus, um die richtige Ausführung zu bestimmen. Zwei Schrauben können beispielsweise beide als M10 ausgeführt sein und trotzdem unterschiedliche Gewindesteigungen besitzen.
Wird die falsche Variante montiert, kann das Gewinde bereits nach wenigen Umdrehungen blockieren oder beschädigt werden.
Was bedeutet Gewindesteigung?
Die Gewindesteigung bezeichnet bei einem metrischen Gewinde den axialen Abstand zwischen zwei entsprechenden Punkten benachbarter Gewindegänge. Sie wird in Millimetern angegeben.
Beispiele:
- M10 × 1,5
- M10 × 1,25
- M10 × 1,0
M10 bezeichnet den Nenndurchmesser des Gewindes. Die Zahl hinter dem „ד gibt die Steigung an.
M10 × 1,5 und M10 × 1,25 haben damit denselben Nenndurchmesser, aber unterschiedliche Gewindegeometrien und können nicht miteinander kombiniert werden.
Regelgewinde und Feingewinde
Bei metrischen ISO-Gewinden existieren für viele Nenndurchmesser unterschiedliche Steigungen. Neben dem üblichen Regelgewinde gibt es Feingewinde mit geringerer Steigung.
Welche Variante an einem Nutzfahrzeug eingesetzt wird, hängt vom jeweiligen Bauteil und der konstruktiven Auslegung ab. Deshalb sollte aus einer Angabe wie M10, M12 oder M14 nicht automatisch auf die benötigte Steigung geschlossen werden.
Woran erkennt man eine falsche Gewindesteigung?
Typische Warnzeichen bei der Montage sind:
- die Schraube greift nur wenige Gewindegänge
- beim Eindrehen entsteht ungewöhnlich hoher Widerstand
- die Schraube setzt schief an
- das Gewinde blockiert frühzeitig
- Innen- oder Außengewinde zeigen Beschädigungen
Eine Schraube sollte sich zunächst sauber von Hand ansetzen lassen. Entsteht ungewöhnlicher Widerstand, sollte die Verbindung nicht mit zusätzlicher Kraft weitergedreht werden.
Neben einer falschen Steigung können allerdings auch beschädigte oder verschmutzte Gewinde sowie eine andere Gewindenorm die Ursache sein.
Wie lässt sich die Gewindesteigung bestimmen?
Am zuverlässigsten lässt sich die Steigung mit einer Gewindelehre bestimmen. Bei metrischen Gewinden kann sie außerdem durch Messen des Abstands zwischen den Gewindegängen ermittelt werden.
Ist das ausgebaute Originalteil vorhanden, kann ein direkter Vergleich zusätzliche Hinweise liefern. Das bloße Aneinanderhalten zweier Schrauben ersetzt bei einer eindeutigen Teilebestimmung jedoch keine Messung oder technische Spezifikation.
Bei Zollgewinden wird häufig nicht die Steigung in Millimetern, sondern die Anzahl der Gewindegänge pro Zoll angegeben. Deshalb dürfen metrische und zöllige Gewindebezeichnungen nicht miteinander gleichgesetzt werden.
Warum die Gewindeangabe bei Ersatzteilen wichtig ist
Gewindevarianten kommen bei Nutzfahrzeugen an zahlreichen Komponenten vor, beispielsweise an Sensoren, Ventilen, Leitungsanschlüssen, Gehäusen, Adaptern und Befestigungselementen.
Bei der Teileidentifikation sollte deshalb nicht nur geprüft werden, ob ein Anschluss beispielsweise M10 oder M12 besitzt. Wenn für das betreffende Bauteil unterschiedliche Varianten existieren, muss auch die Gewindesteigung beziehungsweise die vollständige Gewindespezifikation berücksichtigt werden.
FalkePro nutzt bei Ersatzteilanfragen vorhandene OE-/Vergleichsnummern, Fahrzeugdaten und technische Angaben, um die benötigte Ausführung möglichst eindeutig zuzuordnen.
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