Hydraulische und elektrohydraulische Lenksysteme unterstützen die Lenkbewegung des Fahrers, unterscheiden sich jedoch bei der Erzeugung und Regelung der hydraulischen Unterstützung.

Bei einer klassischen hydraulischen Lenkung wird die Pumpe mechanisch vom Fahrzeugantrieb angetrieben. Bei einer elektrohydraulischen Lenkung übernimmt ein Elektromotor den Antrieb der Hydraulikpumpe. Dadurch kann die Unterstützung stärker abhängig vom tatsächlichen Bedarf gesteuert werden.

Für Diagnose und Ersatzteilidentifikation ist deshalb zunächst zu klären, welches Lenksystem im Fahrzeug verbaut ist.

Wie funktioniert eine hydraulische Lenkung?

Bei einer hydraulischen Servolenkung wird die Hydraulikpumpe in der Regel mechanisch vom Motor angetrieben. Sie fördert Hydraulikflüssigkeit und stellt den für die Lenkunterstützung erforderlichen Volumenstrom beziehungsweise Druck bereit.

Zum System gehören je nach Ausführung unter anderem Pumpe, Lenkgetriebe, Vorratsbehälter, Leitungen und weitere hydraulische Komponenten.

Die Unterstützung entsteht durch das Zusammenspiel dieser Bauteile. Störungen können deshalb sowohl von der Pumpe als auch vom Lenkgetriebe, der Flüssigkeitsversorgung oder den Leitungen ausgehen.

Wie funktioniert eine elektrohydraulische Lenkung?

Auch eine elektrohydraulische Lenkung nutzt Hydraulik zur Unterstützung der Lenkbewegung. Der wesentliche Unterschied liegt im Antrieb der Pumpe.

Die Hydraulikpumpe wird von einem Elektromotor angetrieben und ist damit nicht unmittelbar an die Motordrehzahl des Verbrennungsmotors gekoppelt. Je nach System kann die Pumpenleistung elektronisch geregelt und an den jeweiligen Betriebszustand angepasst werden.

Dadurch gehören neben den hydraulischen Komponenten auch elektrische Versorgung, Elektromotor, Steuerung und gegebenenfalls verschiedene Sensorsignale zur Systembetrachtung.

Was unterscheidet beide Systeme bei der Diagnose?

Bei einer hydraulischen Lenkung stehen zunächst die mechanischen und hydraulischen Komponenten im Mittelpunkt. Dazu gehören beispielsweise Flüssigkeitsstand und -zustand, Leitungen, Anschlüsse, Pumpe und Lenkgetriebe.

Bei einer elektrohydraulischen Lenkung müssen zusätzlich die elektrischen und elektronischen Komponenten berücksichtigt werden. Eine eingeschränkte Lenkunterstützung muss dort nicht zwangsläufig durch einen hydraulischen Defekt verursacht werden.

Je nach System können beispielsweise Spannungsversorgung, elektrische Anschlüsse, Pumpenantrieb oder Steuerung relevant sein.

Welche Symptome können bei beiden Systemen auftreten?

Bestimmte Fehlerbilder können bei hydraulischen und elektrohydraulischen Systemen ähnlich sein. Dazu gehören beispielsweise eine schwergängige Lenkung, ungleichmäßige Unterstützung oder ungewöhnliche Geräusche.

Aus dem Symptom allein lässt sich deshalb nicht sicher bestimmen, welches Bauteil betroffen ist.

Die Diagnose sollte berücksichtigen, wann der Fehler auftritt und unter welchen Bedingungen er sich verändert. Drehzahl, Betriebstemperatur, Fahrzeuggeschwindigkeit oder elektrische Last können je nach System zusätzliche Hinweise liefern.

Warum ist der Systemtyp für die Teileauswahl wichtig?

Hydraulikpumpen, Pumpeneinheiten, Lenkgetriebe und weitere Komponenten können sich je nach Lenksystem und Fahrzeugausführung unterscheiden.

Eine ähnliche Bauform oder ein passender Anschluss reicht deshalb nicht für eine eindeutige Zuordnung. Relevant können unter anderem Pumpenausführung, Druck- und Förderwerte, elektrische Anschlüsse und die jeweilige Systemkonfiguration sein.

Bei elektrohydraulischen Pumpeneinheiten müssen zusätzlich die elektrischen beziehungsweise elektronischen Eigenschaften zur Fahrzeugausführung passen.

Was ist bei elektrohydraulischen Pumpen zu beachten?

Eine elektrohydraulische Pumpeneinheit besteht je nach Konstruktion nicht nur aus einer Hydraulikpumpe. Elektromotor und Steuerung können ebenfalls Bestandteil der Einheit sein.

Bei einer Störung sollte deshalb geklärt werden, welcher Bereich betroffen ist. Eine fehlende oder eingeschränkte Unterstützung kann beispielsweise mit der Hydraulik, dem elektrischen Pumpenantrieb oder der Versorgung zusammenhängen.

Vor dem Austausch einer Pumpeneinheit sollten daher die für das jeweilige System vorgesehenen Diagnosemöglichkeiten genutzt werden.

Welche Rolle spielt die elektrische Versorgung?

Elektrohydraulische Systeme benötigen eine ausreichende elektrische Versorgung für den Pumpenantrieb und die Steuerung.

Spannungsversorgung, Masseverbindungen, Steckverbindungen und Leitungen können deshalb Bestandteil der Fehlersuche sein. Auch vorhandene Fehlerspeichereinträge und Messwerte können je nach Fahrzeug wichtige Hinweise liefern.

Bei rein mechanisch angetriebenen Hydraulikpumpen entfällt dieser elektrische Pumpenantrieb, sodass sich die Prüfschwerpunkte entsprechend unterscheiden.

Können Komponenten verschiedener Systeme ausgetauscht werden?

Komponenten sollten grundsätzlich anhand der konkreten Fahrzeug- und Systemausführung zugeordnet werden.

Selbst innerhalb derselben Fahrzeugbaureihe können unterschiedliche Lenksysteme oder Komponentenvarianten eingesetzt werden. Äußerlich ähnliche Teile sind deshalb nicht automatisch untereinander austauschbar.

Vor der Bestellung sollten insbesondere OE-Nummern, Vergleichsnummern und Fahrzeugdaten geprüft werden.

Welche Angaben helfen bei der Teileidentifikation?

Für die Zuordnung von Komponenten der Lenkung ist die FIN eine wichtige Grundlage. Je nach Fahrzeug können weitere Angaben erforderlich sein.

Dazu gehören beispielsweise die OE-Nummer des ausgebauten Bauteils, Hersteller und Ausführung des Lenksystems, elektrische Anschlüsse sowie weitere technische Merkmale.

Bei elektrohydraulischen Einheiten können zusätzlich Angaben auf Typenschildern oder elektronische Varianten relevant sein.

Fazit

Hydraulische und elektrohydraulische Lenksysteme nutzen beide hydraulische Unterstützung, unterscheiden sich jedoch insbesondere beim Antrieb und bei der Regelung der Hydraulikpumpe.

Dieser Unterschied beeinflusst sowohl die Diagnose als auch die Ersatzteilidentifikation. Bei elektrohydraulischen Systemen müssen neben den hydraulischen Komponenten auch elektrische Versorgung und Steuerung berücksichtigt werden.

Vor der Teilebestellung sollte deshalb zunächst die konkrete Lenksystem- und Fahrzeugausführung bestimmt werden.

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