Eine schwergängige Lenkung, fehlende Unterstützung oder ein verändertes Lenkgefühl können verschiedene Ursachen haben. Bei der Diagnose stehen häufig das Lenkgetriebe und die Lenkhilfpumpe im Mittelpunkt.

Beide Komponenten gehören zum Lenksystem, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben. Hinzu kommen Leitungen, Hydraulikflüssigkeit, Gelenke, Spurstangen und weitere mechanische oder elektronische Komponenten.

Für die Fehlersuche ist deshalb wichtig, zunächst das Fehlerbild einzugrenzen und anschließend die beteiligten Komponenten systematisch zu prüfen.

Welche Aufgabe hat das Lenkgetriebe?

Das Lenkgetriebe überträgt die Lenkbewegung und setzt sie in die für die Radlenkung erforderliche Bewegung um. Bei hydraulisch unterstützten Systemen ist die Unterstützungsfunktion allerdings häufig konstruktiv in das Lenkgetriebe integriert.

Mögliche Auffälligkeiten im Bereich des Lenkgetriebes sind erhöhtes Lenkspiel, Undichtigkeiten, unpräzises Lenkverhalten oder mechanische Auffälligkeiten.

Solche Symptome reichen allein jedoch nicht aus, um einen Defekt des Lenkgetriebes festzustellen. Auch andere Bauteile der Lenkung können das Lenkgefühl beeinflussen.

Welche Aufgabe hat die Lenkhilfpumpe?

Bei hydraulischen Lenksystemen stellt die Lenkhilfpumpe den erforderlichen Volumenstrom und Druck für die Lenkunterstützung bereit.

Ist die hydraulische Versorgung beeinträchtigt, kann sich die erforderliche Lenkkraft erhöhen. Weitere Hinweise können Geräusche, ungleichmäßige Unterstützung oder Veränderungen bei unterschiedlichen Drehzahlen und Betriebstemperaturen sein.

Dabei sollte nicht nur die Pumpe betrachtet werden. Auch Hydraulikflüssigkeit, Leitungen, Filter, Anschlüsse und andere Komponenten können die Druckversorgung beeinflussen.

Warum können ähnliche Symptome unterschiedliche Ursachen haben?

Der Fahrer nimmt in erster Linie das Verhalten der Lenkung wahr. Die technische Ursache lässt sich daraus nicht immer unmittelbar ableiten.

Eine schwergängige Lenkung kann beispielsweise mit der hydraulischen Versorgung zusammenhängen, aber auch mechanische Ursachen haben. Ein unpräzises Lenkgefühl kann vom Lenkgetriebe ausgehen, ebenso jedoch von Gelenken, Spurstangen, Buchsen oder anderen Komponenten.

Deshalb sollte die Teileentscheidung nicht allein anhand der Beschreibung des Fahrers getroffen werden.

Was sollte bei schwergängiger Lenkung geprüft werden?

Bei einer schwergängigen hydraulischen Lenkung sollte zunächst geprüft werden, ob die erforderliche Unterstützung zur Verfügung steht.

Dazu gehören je nach System der Zustand und Füllstand der Hydraulikflüssigkeit, Leitungen und Anschlüsse sowie die Funktion der Pumpe. Auch Undichtigkeiten oder Luft im Hydrauliksystem können das Lenkverhalten beeinflussen.

Die erforderlichen Prüfwerte und Verfahren richten sich nach dem jeweiligen Fahrzeug und Lenksystem.

Was sollte bei Lenkspiel geprüft werden?

Erhöhtes Lenkspiel sollte nicht automatisch dem Lenkgetriebe zugeordnet werden. Zwischen Lenkrad und gelenkten Rädern befinden sich mehrere mechanische Komponenten, an denen Verschleiß oder Spiel auftreten kann.

Dazu gehören je nach Fahrzeug beispielsweise Lenkwelle, Gelenke, Spurstangen, Lenkstangen und weitere Verbindungselemente.

Erst wenn das vorhandene Spiel lokalisiert wurde, lässt sich beurteilen, welches Bauteil tatsächlich betroffen ist.

Welche Rolle spielen Hydraulikflüssigkeit und Leitungen?

Die Funktion einer hydraulischen Lenkung hängt nicht nur von Lenkgetriebe und Pumpe ab. Auch die Versorgung des Systems muss berücksichtigt werden.

Ein ungeeigneter Flüssigkeitsstand, Verunreinigungen, beschädigte Leitungen oder Probleme an Verbindungen können die hydraulische Funktion beeinträchtigen. Bei Auffälligkeiten an der Lenkunterstützung sollte deshalb der gesamte Hydraulikkreislauf einbezogen werden.

Nach Arbeiten am System sind außerdem die Herstellervorgaben zur Befüllung und Entlüftung zu beachten.

Was ist bei elektronisch geregelten Lenksystemen zu beachten?

Je nach Fahrzeug können zusätzliche Sensoren, Ventile und Steuergeräte an der Regelung der Lenkunterstützung beteiligt sein.

Dadurch können Fehlerbilder entstehen, die sich nicht allein durch eine mechanische oder hydraulische Prüfung erklären lassen. In solchen Fällen gehören Fehlerspeicher, Messwerte und elektrische Komponenten ebenfalls zur Diagnose.

Welche Komponenten vorhanden sind, hängt von Fahrzeugmodell und Ausführung des Lenksystems ab.

Warum ist die genaue Teileidentifikation wichtig?

Lenkgetriebe und Lenkhilfpumpen können sich innerhalb einer Fahrzeugbaureihe unterscheiden. Fahrzeugmodell und Baujahr allein reichen deshalb nicht immer für eine eindeutige Zuordnung.

Relevant können unter anderem Achsausführung, Lenksystem, Hersteller des verbauten Systems sowie OE- und Vergleichsnummern sein.

Vor einer Bestellung sollte deshalb geprüft werden, welche Ausführung tatsächlich im Fahrzeug verbaut ist.

Fazit

Lenkgetriebe und Lenkhilfpumpe übernehmen unterschiedliche Funktionen innerhalb des Lenksystems. Gleichzeitig können weitere hydraulische, mechanische und elektronische Komponenten ähnliche Symptome verursachen.

Bei schwergängiger Lenkung, erhöhtem Lenkspiel oder ungleichmäßiger Unterstützung sollte deshalb nicht unmittelbar ein einzelnes Bauteil als Ursache angenommen werden. Eine systematische Prüfung hilft dabei, den Fehler einzugrenzen und das tatsächlich benötigte Ersatzteil zu bestimmen.

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