Bei LKW und anderen Nutzfahrzeugen können innerhalb desselben Fahrzeugs unterschiedliche Bremskomponenten verbaut sein. Vorderachse, Antriebsachse oder zusätzliche Nachlauf- und Vorlaufachsen müssen nicht dieselbe Bremsausführung besitzen.

Auch zwei Fahrzeuge derselben Baureihe können unterschiedliche Bremssysteme haben. Für die Ersatzteilbestimmung sind deshalb Achse, Einbauposition und konkrete Bremsausführung wichtiger als eine rein optische Zuordnung.

Warum Bremskomponenten achsbezogen zugeordnet werden

Die Bremsanlage wird für die technische Konfiguration des jeweiligen Fahrzeugs ausgelegt. Dabei können sich die Anforderungen an den einzelnen Achsen unterscheiden.

Relevant sind unter anderem:

  • Achstyp und Achslast
  • Scheiben- oder Trommelbremse
  • Bremsenhersteller und Systemausführung
  • Dimensionierung der Radbremse
  • Einbauposition
  • Fahrzeug- und Achskonfiguration

Deshalb sollte bei einer Bestellung nicht nur angegeben werden, dass beispielsweise Bremsbeläge für einen bestimmten LKW benötigt werden. Ebenso wichtig ist, für welche Achse die Teile bestimmt sind.

Vorder- und Hinterachse müssen nicht dieselben Bremsen besitzen

Beim Bremsen verändert sich die dynamische Achslastverteilung des Fahrzeugs. Gleichzeitig unterscheiden sich Achstypen, zulässige Achslasten und konstruktive Anforderungen.

Daraus können unterschiedliche Bremsausführungen resultieren.

Je nach Fahrzeug können sich beispielsweise unterscheiden:

  • Bremsscheibendurchmesser und -dicke
  • Bremsbelagform
  • Bremssattel
  • Bremsträger
  • Verschleißüberwachung
  • Befestigung und Einbaumaße

Es wäre allerdings zu pauschal, jede unterschiedliche Bremsausführung unmittelbar mit der Achslast zu erklären. Entscheidend ist die Gesamtauslegung von Achse und Bremssystem.

Bei 6×2, 6×4 und 8×4 die genaue Achse angeben

Besonders wichtig wird die Achsposition bei Fahrzeugen mit drei oder vier Achsen.

Die Angabe „Hinterachse“ kann bei einem 6×2- oder 8×4-Fahrzeug bereits zu ungenau sein. Eine nicht angetriebene Vorlauf- oder Nachlaufachse kann eine andere Radbremse besitzen als die Antriebsachse.

Auch aus der Achsformel allein lässt sich die konkrete Bremse nicht bestimmen.

Für eine Teileanfrage sollte deshalb möglichst eindeutig angegeben werden, welche Achse betroffen ist.

Achstyp und Bremssystem berücksichtigen

Bei vielen Nutzfahrzeugen ist die verbaute Achse ein wichtiges Kriterium für die Teilezuordnung.

Innerhalb einer Fahrzeugbaureihe können unterschiedliche Achstypen und Bremssysteme eingesetzt werden. Dadurch können selbst bei ähnlichen Fahrzeugdaten verschiedene Bremsbeläge, Scheiben oder Sättel erforderlich sein.

Besonders hilfreich kann deshalb die Achsnummer beziehungsweise Achskennzeichnung sein.

Sie ermöglicht je nach Hersteller eine genauere Bestimmung der verbauten Achsausführung und der dazugehörigen Komponenten.

Bremsenhersteller und Systemausführung können entscheidend sein

Auch das konkret verbaute Bremssystem sollte berücksichtigt werden.

Je nach Fahrzeug und Achse können Systeme unterschiedlicher Hersteller beziehungsweise verschiedene Generationen oder Ausführungen eingesetzt werden.

Optisch ähnliche Bremssättel oder Beläge müssen deshalb nicht austauschbar sein.

Bei der Identifikation können OE-/Vergleichsnummern und Kennzeichnungen des ausgebauten Bauteils eine wesentlich bessere Grundlage liefern als ein reiner Bildvergleich.

Verschleißsensor und Zubehör nicht vergessen

Bei Bremsbelägen kann zusätzlich die Verschleißüberwachung relevant sein.

Je nach Ausführung können sich beispielsweise Anschluss, Kabellänge, Sensorbauform oder Leitungsführung unterscheiden. Ein mechanisch passender Belagsatz ist daher nicht automatisch vollständig passend, wenn die vorgesehene Sensorik abweicht.

Auch Montagesätze, Haltefedern, Bolzen oder weitere Zubehörteile sollten entsprechend der jeweiligen Bremsausführung geprüft werden.

Links und rechts nicht pauschal unterscheiden

Die Aussage, bei jeder Bremsenbestellung müsse grundsätzlich zwischen links und rechts unterschieden werden, wäre ebenfalls zu allgemein.

Viele Bremsscheiben oder Bremsbelagsätze sind nicht seitenabhängig. Bei bestimmten Bremssätteln, Haltern, Sensorleitungen oder anderen Komponenten kann die Einbauposition dagegen relevant sein.

Ob eine Links-/Rechts-Zuordnung erforderlich ist, hängt deshalb vom konkreten Ersatzteil ab.

Warum Modell und Baujahr nicht ausreichen können

Ein Fahrzeugmodell kann über mehrere Jahre mit unterschiedlichen Achsen und Bremsanlagen produziert werden.

Auch das Baujahr beziehungsweise die Erstzulassung allein liefert deshalb keine sichere Zuordnung.

Zusätzliche Kriterien können sein:

  • FIN
  • Produktionsstand
  • Achstyp beziehungsweise Achsnummer
  • Bremssystem
  • OE-/Vergleichsnummer
  • Einbauposition

Über geeignete Herstellerkataloge oder Fahrzeugdatenbanken kann die FIN die ursprüngliche Fahrzeugkonfiguration eingrenzen. Sie ersetzt jedoch nicht in jedem Fall die Prüfung der konkreten Achse oder des vorhandenen Bauteils.

Welche Angaben helfen bei der Bremsenbestellung?

Für eine schnelle und möglichst eindeutige Teileprüfung sind besonders hilfreich:

  • FIN
  • betroffene Achse und genaue Einbauposition
  • OE-/Vergleichsnummer
  • Achsnummer oder Achstyp, sofern vorhanden
  • Hersteller beziehungsweise Typ des Bremssystems
  • Kennzeichnung des ausgebauten Bauteils
  • bei Bedarf Maße der Bremsscheibe oder des Bremsbelags
  • Fotos von Bauteil und Kennzeichnung bei unklarer Ausführung

Bei bereits ausgetauschten Achsen oder umgebauten Fahrzeugen sollte zusätzlich berücksichtigt werden, dass die aktuell verbaute Ausführung von der ursprünglichen Fahrzeugkonfiguration abweichen kann.

FalkePro berücksichtigt bei Bremsenanfragen deshalb neben der FIN insbesondere die betroffene Achse, vorhandene OE-/Vergleichsnummern und weitere technische Angaben zur tatsächlich verbauten Bremsanlage.

Achse und Bremssystem vor der Bestellung prüfen

Bremskomponenten bei Nutzfahrzeugen sollten nicht ausschließlich anhand von Fahrzeugmodell, Baujahr oder optischer Ähnlichkeit ausgewählt werden.

Entscheidend ist die konkrete Kombination aus Fahrzeug, Achse, Bremssystem und Bauteilausführung. Gerade bei Mehrachsfahrzeugen kann die genaue Angabe der Einbauposition Fehlbestellungen deutlich reduzieren.

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