Motoröl und Kühlmittel arbeiten in getrennten Kreisläufen. Bei bestimmten Ölkühlerbauarten liegen beide Medien jedoch innerhalb des Wärmetauschers dicht nebeneinander. Entsteht dort eine interne Undichtigkeit, können sich die Flüssigkeiten vermischen.

Für die Werkstatt ist die Ursache nicht immer sofort erkennbar. Äußerlich kann der Ölkühler vollkommen dicht erscheinen, während zwischen Öl- und Kühlmittelkreislauf bereits eine Verbindung besteht.

Welche Aufgabe hat der Ölkühler?

Der Ölkühler beziehungsweise Öl-Wasser-Wärmetauscher unterstützt die Temperaturregelung des Motoröls.

Das ist besonders bei Nutzfahrzeugen relevant, deren Motoren über lange Zeit unter hoher Last betrieben werden. Eine geeignete Öltemperatur trägt dazu bei, dass das Motoröl seine vorgesehenen Schmier- und Schutzeigenschaften erfüllt.

Je nach Motor und Fahrzeug kommen unterschiedliche Bauarten und Einbaupositionen zum Einsatz.

Was passiert bei einer internen Leckage?

Bei einer Beschädigung innerhalb des Wärmetauschers können Öl- und Kühlmittelkanäle miteinander verbunden werden.

Welche Flüssigkeit in den jeweils anderen Kreislauf gelangt, hängt unter anderem von den jeweiligen Druckverhältnissen und Betriebsbedingungen ab.

Mögliche Hinweise sind:

  • Ölspuren im Kühlmittel oder Ausgleichsbehälter
  • Veränderungen des Motoröls
  • ungewöhnliche Ablagerungen
  • Kühlmittelverlust ohne erkennbare äußere Leckage
  • Veränderungen von Öl- oder Kühlmittelstand

Diese Symptome beweisen für sich allein jedoch noch keinen defekten Ölkühler.

Warum muss die Ursache genauer geprüft werden?

Eine Vermischung von Öl und Kühlmittel kann verschiedene Ursachen haben. Neben einem internen Defekt des Ölkühlers kommen je nach Motor beispielsweise Schäden an Zylinderkopfdichtung, Zylinderkopf oder anderen öl- und kühlmittelführenden Bauteilen infrage.

Deshalb sollte der Ölkühler als mögliche Fehlerquelle geprüft, aber nicht allein aufgrund des sichtbaren Schadensbildes ersetzt werden.

Die Diagnose muss klären, an welcher Stelle tatsächlich eine Verbindung zwischen den beiden Kreisläufen besteht.

Warum ist Kühlmittel im Motoröl problematisch?

Motoröl ist auf eine definierte Zusammensetzung angewiesen. Eine Verunreinigung mit Kühlmittel kann seine Schmierfähigkeit beeinträchtigen und dadurch die Belastung geschmierter Motorkomponenten erhöhen.

Betroffen sein können unter anderem Lagerstellen und der Turbolader.

Wird lediglich ein bereits geschädigtes Bauteil ersetzt, ohne die Ursache der Verunreinigung zu beseitigen, besteht das Risiko weiterer Schäden.

Was ist nach einer festgestellten Vermischung wichtig?

Nach der Reparatur müssen vorhandene Verunreinigungen aus den betroffenen Kreisläufen entsprechend den Herstellervorgaben entfernt werden.

Ein Spülen des Systems beseitigt jedoch keine interne Undichtigkeit. Deshalb muss zuerst die eigentliche Ursache gefunden und behoben werden.

Bei vorausgegangenen Motor- oder Überhitzungsschäden kann es außerdem sinnvoll sein, den Zustand des Ölkühlers in die weitere Schadensprüfung einzubeziehen.

Welche Angaben helfen bei der Teilezuordnung?

Ölkühler können sich innerhalb einer Fahrzeug- oder Motorbaureihe unterscheiden. Für die Ersatzteilsuche sollten deshalb nach Möglichkeit FIN, vorhandene OE-/Vergleichsnummern und relevante Fahrzeugdaten verwendet werden.

Je nach Anwendung können zusätzlich Motortyp, Motorcode, Baujahr oder Kennzeichnungen am vorhandenen Ölkühler für die eindeutige Zuordnung erforderlich sein.

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