Querlenker und ihre Lagerungen übernehmen wichtige Führungsaufgaben im Fahrwerk. Je nach Achs- und Fahrwerkskonstruktion verbinden beziehungsweise führen sie bewegliche Fahrwerkskomponenten gegenüber Rahmen oder Achse und übertragen dabei hohe Kräfte.
Verschleiß an den Lagerstellen kann deshalb die Fahrwerksgeometrie, Radführung und das Fahrverhaltenbeeinflussen. Bei der Prüfung sollte jedoch nicht nur nach Rost gesucht werden: Auch Gummischäden, ausgeschlagene Buchsen, Befestigungen und vorhandenes Spiel sind entscheidend.
Welche Aufgabe haben Querlenkerlager?
Querlenkerlager ermöglichen definierte Bewegungen des Fahrwerks und führen gleichzeitig die angeschlossenen Komponenten.
Während des Betriebs müssen sie unter anderem Kräfte aufnehmen, die entstehen durch:
- Bremsen und Beschleunigen
- Lenkbewegungen
- Kurvenfahrt
- Fahrbahnunebenheiten
- hohe Achslasten
Die konkrete Konstruktion unterscheidet sich je nach Fahrzeug und Achssystem. Entsprechend können auch Aufbau und Ausführung der Lager deutlich variieren.
Wie entsteht Verschleiß an Querlenkerlagern?
Querlenkerlager sind dauerhaft mechanischen und äußeren Belastungen ausgesetzt. Wasser, Schmutz, Streusalz und wechselnde Temperaturen können zusätzlich auf Lagerstellen und Befestigungen einwirken.
Mögliche Ursachen für Schäden sind beispielsweise:
- Materialalterung
- beschädigte oder eingerissene Gummielemente
- Korrosion an metallischen Bereichen
- hohe mechanische Belastung
- beschädigte Befestigungen
- dauerhaft ungünstige Fahrwerksbelastungen
Korrosion ist damit ein möglicher Faktor – aber nicht automatisch die alleinige Ursache für vorhandenes Lagerspiel.
Typische Hinweise auf verschlissene Querlenkerlager
Je nach Konstruktion und Ausmaß des Verschleißes können unterschiedliche Symptome auftreten.
Dazu gehören beispielsweise:
- Klapper- oder Schlaggeräusche
- verändertes Lenkverhalten
- unruhiger Geradeauslauf
- Spiel im Fahrwerk
- ungleichmäßiger Reifenverschleiß
- auffälliges Verhalten beim Bremsen oder Lastwechsel
Diese Symptome sind allerdings nicht eindeutig. Auch andere Fahrwerks- und Lenkungskomponenten können ähnliche Auffälligkeiten verursachen.
Querlenkerlager richtig prüfen
Bei der Fahrwerkskontrolle sollten Lager und angrenzende Komponenten systematisch beurteilt werden.
Relevant sind unter anderem:
- sichtbare Beschädigungen
- Risse oder Ablösungen an Gummibuchsen
- Korrosion an Lagerstellen und Befestigungen
- ungewöhnliche Verformungen
- vorhandenes beziehungsweise unzulässiges Spiel
- Zustand der Befestigungselemente
Die Bewertung des Spiels sollte nach den Vorgaben für die jeweilige Fahrzeug- und Achsausführung erfolgen. Nicht jede konstruktiv vorgesehene Bewegung eines Lagers stellt einen Defekt dar.
Warum das gesamte Fahrwerk betrachtet werden sollte
Wird Spiel an einer Lagerstelle festgestellt, sollte die Prüfung nicht dort enden.
Je nach Fahrwerkskonstruktion können auch weitere Komponenten relevant sein, beispielsweise:
- andere Fahrwerkslager
- Spurstangen und Gelenke
- Stoßdämpfer
- Befestigungspunkte
- Reifen und deren Verschleißbild
Mehrere verschlissene Komponenten können sich gegenseitig beeinflussen und ein ähnliches Fehlerbild erzeugen.
Nach dem Austausch die Achsgeometrie beachten
Arbeiten an führenden Fahrwerkskomponenten können je nach Konstruktion Auswirkungen auf die Achsgeometrie haben.
Nach dem Austausch sollten deshalb die jeweiligen Herstellervorgaben berücksichtigt werden. Je nach Reparatur kann eine Kontrolle beziehungsweise Einstellung der Achsgeometrie erforderlich sein.
Auch die vorgeschriebenen Anzugsverfahren und Montagepositionen der Lager sind zu beachten.
Querlenkerlager als Ersatzteil richtig bestimmen
Querlenkerlager und Buchsen können sich trotz ähnlicher Abmessungen in Werkstoff, Härte, Geometrie oder Befestigung unterscheiden.
Für die Teilezuordnung können deshalb relevant sein:
- FIN
- OE-/Vergleichsnummer
- Fahrzeugmodell und Achsausführung
- Einbauposition
- Abmessungen
- Querlenker- beziehungsweise Lagerausführung
Ein optisch ähnliches Lager ist nicht automatisch für dieselbe Belastung und Einbausituation vorgesehen.
Bei FalkePro können FIN, vorhandene OE-/Vergleichsnummern, Achsdaten und technische Angaben zur Fahrwerksausführung bei der Teilezuordnung berücksichtigt werden.
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