Rahmen und tragende Aufbaustrukturen von Nutzfahrzeugen sind während des Betriebs hohen wechselnden Belastungen ausgesetzt. Besonders an Verbindungen, Übergängen und bereits geschweißten Bereichen können Auffälligkeiten entstehen.
Dabei ist wichtig: Nicht jeder Fahrzeugrahmen besteht aus geschweißten Verbindungen. Viele Fahrgestellrahmen besitzen auch geschraubte oder genietete Verbindungen. Entscheidend ist deshalb die konkrete Konstruktion des Fahrzeugs beziehungsweise Aufbaus.
Wo sollte besonders genau geprüft werden?
Erhöhte Aufmerksamkeit verdienen Bereiche mit hohen oder wechselnden Belastungen, beispielsweise:
- Übergänge und Verbindungspunkte von Rahmenteilen
- Befestigungen von Aufbauten und Aggregaten
- Bereiche an Kippaufbauten oder Kransockeln
- Stellen mit sichtbaren Verformungen oder Korrosion
- bereits reparierte oder nachträglich veränderte Bereiche
Risse können unter anderem durch wechselnde Belastungen, Überlastung, Unfallschäden, Korrosion oder ungeeignete Veränderungen entstehen.
Risse und andere Auffälligkeiten erkennen
Eine Sichtprüfung kann erste Hinweise liefern. Relevant sind insbesondere sichtbare Risse, Verformungen, Korrosion oder Veränderungen im Bereich einer Schweißnaht.
Auch Rostspuren, die aus einer feinen Trennstelle austreten, können Anlass für eine genauere Untersuchung sein.
Nicht jeder Riss ist jedoch mit bloßem Auge zuverlässig erkennbar. Bei konkretem Verdacht können je nach Werkstoff und Bauteil geeignete zerstörungsfreie Prüfverfahren erforderlich sein.
Oberfläche für die Prüfung vorbereiten
Schmutz und starke Ablagerungen können Schäden verdecken. Der Prüfbereich sollte deshalb ausreichend sauber sein.
Beschichtungen sollten allerdings nicht ohne Grund großflächig entfernt werden. Bei einer weiterführenden Prüfung ist zu berücksichtigen, welches Prüfverfahren für Werkstoff, Oberfläche und vermutete Schadensart geeignet ist.
Rahmenschäden nicht einfach nachschweißen
Ein festgestellter Riss sollte nicht automatisch durch einfaches Nachschweißen repariert werden.
Bei tragenden Fahrzeugstrukturen können Werkstoff, Wärmebehandlung, Rahmenkonstruktion und vorgesehene Reparaturverfahren entscheidend sein. Unsachgemäßes Schweißen kann die Eigenschaften des Materials verändern oder neue Spannungsspitzen erzeugen.
Deshalb sind die Reparaturvorgaben des Fahrzeug- beziehungsweise Aufbauherstellers zu beachten. Je nach Schaden kann eine freigegebene Reparatur, Verstärkung oder der Austausch eines Bauteils erforderlich sein.
Ursache des Schadens mitprüfen
Wird ein Riss festgestellt, sollte nicht nur die beschädigte Stelle betrachtet werden. Auch die Ursache ist relevant.
Überlastung, lockere Befestigungen, beschädigte Lagerungen, Verformungen oder Veränderungen am Aufbau können zusätzliche Kräfte in die Konstruktion einleiten. Wird lediglich der sichtbare Riss repariert, ohne die Ursache zu beseitigen, kann der Schaden erneut auftreten.
Fazit
Schweißnähte und andere tragende Verbindungen an Rahmen und Aufbauten sollten bei auffälligen oder besonders belasteten Bereichen gezielt kontrolliert werden. Sichtbare Risse, Verformungen oder Korrosion erfordern eine fachliche Bewertung.
Bei strukturellen Schäden gilt besonders: nicht improvisieren oder einfach nachschweißen, sondern Konstruktion, Schadensursache und freigegebenes Reparaturverfahren berücksichtigen.
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